Feuerwehrleute optimal vor Gefahrstoffen schützen

Gesetzliche Unfallversicherung startet Forschungsprojekt – Unfallkasse RLP: Wir unterstützen freiwillige Feuerwehren

 

Inwiefern sind Feuerwehrleute im Einsatz optimal gegen den Kontakt mit Gefahrstoffen geschützt? Diese Frage soll in einem Forschungsprojekt nachgegangen werden, das die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Kooperation mit dem Deutschen Feuerwehrverband, mehreren Berufsfeuerwehren sowie Unfallkassen und Berufsgenossenschaften initiiert hat.

„Wir wollen den Gesundheitsschutz für Feuerwehrleute weiter verbessern. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz unterstützt dies mit großem Engagement“, erklärt Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. „Mithilfe dieser Untersuchungen soll unter anderem geklärt werden, ob und wenn ja, wie viel der schädlichen Substanzen im Einsatz über die Haut aufgenommen werden“, so Breitbach. Hygiene ist daher einer der Schwerpunkte des Projekts. Den Ergebnissen sollen konkrete Hinweise folgen, wie Feuerwehrfrauen und -männer sich noch besser schützen können.

Feuerwehrleute können je nach Einsatz krebserzeugenden Stoffen wie Ruß, Asbest oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen ausgesetzt sein. Im Normalfall schützt ihre Persönliche Schutzausrüstung (PSA) sie davor, diese Substanzen über die Atemluft aufzunehmen. Seit einiger Zeit rückt allerdings verstärkt die Frage in den Vordergrund, ob der Hautkontakt mit Gefahrstoffen problematisch sein kann. Einsatzkleidung schützt die Haut nicht immer vollständig gegen Staub und Ruß. Außerdem kann ein Kontakt auch nach Ablegen von Kleidung und PSA erfolgen – zum Beispiel dann, wenn Räume, in denen die private Kleidung lagert, nicht sauber von anderen Bereichen getrennt werden, in denen die schmutzige Einsatzkleidung abgelegt wird. Wie gut Feuerwehrleute in der Praxis tatsächlich vor schädlichen Einwirkungen geschützt sind, wollen die Forschungsinstitute der DGUV mithilfe technischer Messungen und medizinischer Untersuchungen klären.

„Welche Bedeutung die Haut hier als Eintrittspforte für die Gefahrstoffe hat, ist noch unklar. Das wollen wir untersuchen“, sagt Manfred Breitbach. Aus den Ergebnissen ließen sich möglicherweise Rückschlüsse darüber ziehen, wie der Schutz erhöht werden könne. Unter anderem kämen hier technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen in Frage, die dazu beitragen, die Hygiene im Einsatz zu verbessern. „Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz wird die freiwilligen Feuerwehren des Landes bei der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen mit aller Kraft unterstützen“, erklärt Breitbach.

Ein weiteres Ziel des Projekts sei, die Dokumentation von Gefahrstoffkontakten im Einsatz zu vereinfachen. Zur Dokumentation sind Feuerwehren ebenso wie alle Unternehmen und Organisationen, bei denen Beschäftigte bzw. Versicherte bei ihren Tätigkeiten gegenüber speziellen Gefahrstoffklassen gefährdet sind, gesetzlich verpflichtet. Zur gefahrstoffverordnungskonformen Expositionsdokumentation bietet die DGUV seit März 2015 für alle Unternehmen Deutschlands die Zentrale Expositionsdatenbank (ZED) zur kostenfreien Nutzung an.

„Wenn es uns gelingt, für Szenarien, die häufig vorkommen, wie Wohnungs- oder Fahrzeugbrände, standardisierte Einwirkungen zu beschreiben, würde das den Verantwortlichen die Arbeit sehr erleichtern", so der Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

„Unsere freiwilligen Feuerwehren setzen sich ehrenamtlich für die Gemeinschaft ein, riskieren dabei ihre eigene Gesundheit. Daher ist es nur richtig und konsequent, dass wir uns dafür engagieren, Unfall- und Gesundheitsgefahren für Einsatzkräfte abzuwenden,“ betont Manfred Breitbach.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 1,5 Jahren. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen über Informationsschriften sowie eine Beratung vor Ort schnellstmöglich in den dienstlichen Alltag der Feuerwehren einfließen.

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