„Die Schule rollt“ in Sprendlingen

Für ein gutes Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung

 

„Die Schule rollt“ machte nun Station in der Integrierten Gesamtschule Gerhard-Ertl in Sprendlingen. Mit diesem Projekt wirbt der TV Laubenheim 1883 e. V. mit Unterstützung der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und des Behindertensportverbandes für ein gutes Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, u. a. auch für gemeinsamen Sportunterricht. Schülerinnen und Schüler der Sprendlinger Schule lernten beim Bewältigen eines Parcours, dass ganz alltägliche Wege für Menschen, die im Rollstuhl unterwegs sind, oftmals mit vielen Barrieren verbunden sind. „Wenn ihr merkt, dass jemand im Rolli eventuell Hilfe benötigt, bietet sie ihm an. Aber vergesst nie: Fragt immer erst, ob und wie ihr helfen könnt“, empfahl Simon Wüst vom TV Laubenheim eindringlich.

Nora Stieß, als sportbegeistere Rollifahrerin beim TV-Laubenheim aktiv, gratulierte Direktorstellvertreterin Stefanie Kaul zum Erfolg der IGS. Diese erhielt Anfang des Jahres den „Inklusiven Schulpreis Rheinland-Pfalz“. „Dieser Preis, der für inklusiven Unterricht und inklusive Schulentwicklung steht, bietet die besten Voraussetzungen für unser Projekt‘, hob Nora Stieß hervor. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Wahlpflichtfaches „Ernährung, Gesundheit und Soziales“ statt. „Wir haben uns bereits im Unterricht mit dem Thema befasst. Meine Gruppe arrangierte, ausgerüstet mit geschwärzten Brillen, ein ‚Blindenfußballspiel‘ und ein ‚Blindenfrühstück‘. Mit diesen Aktionen und mit dem Projekt ‚Die Schule rollt‘ wollen wir, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler in die Situation von Menschen mit einer Beeinträchtigung einfinden können“, sagte Stefanie Kaul.

„Solche Veranstaltungen bauen Grenzen ab. Sie motivieren, unbefangen auf Menschen im Rollstuhl zuzugehen“, meinte ein Schüler am Rande der Veranstaltung. „Mir hat der heutige Sportunterricht viel Spaß gemacht. Wir haben viel Neues gelernt“, war Schülerin Clara überzeugt. Ihre Mitschülerin Jana ergänzte: „Ich fand es sehr interessant. Wir konnten erfahren, mit welchen Problemen Menschen mit Behinderungen zu kämpfen haben.“ Für die Jugendliche war es der erste Kontakt zu Menschen im Rollstuhl. Die informativen Hinweise und Tipps des Teams vom TV Laubenheim – auch zum Rollstuhlsport – waren willkommen. „Wir konnten viele Fragen stellen – dazu haben wir sonst keine Gelegenheit bzw. man traut sich oftmals nicht“, war das positive Feedback der Schülerinnen und Schüler.

Das Projekt „Die Schule rollt!“ wird an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz kostenlos realisiert. Ausgestattet mit Rollstühlen und einem Hindernisparcours besuchen erfahrene Trainerinnen bzw. Trainer Einrichtungen im ganzen Land.

Konkrete Ziele des Projektes:  

  • der Perspektivwechsel für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte zum Rollstuhl als Sportgerät
  • das Stärken der Kompetenz der Lehrkräfte, um die Qualität des Unterrichts zu verbessern
  • das Erleben von erwachsenen, selbstbestimmten Menschen mit Behinderung
  • das Fördern von Teilhabe und Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler mit Behinderung
  • eine Netzwerkbildung zwischen Lehrkräften, Eltern, Vereinen und  Menschen mit Behinderung  

Wer Interesse am Projekt in der eigenen Schule hat, kann sich hier informieren und Kontakt herstellen:  www.ukrlp.de, Webcode b835.

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