Gesundheit und Vorsorge

Während des Feuerwehrdienstes, z. B. bei Übungen, Brandbekämpfung, technischer Rettung oder anderer Hilfeleistungen können Feuerwehrleute auf viele unterschiedliche Gefahren treffen. Jeder Feuerwehrangehörige muss daher gesundheitlich für den Feuerwehrdienst geeignet sein.
Dieser Bereich bietet Handlungshilfen zum Themenbereich Gesundheit und Vorsorge – „Was ist zu berücksichtigen?“


Allgemeine Eignungs- und Vorsorgeuntersuchung für die Feuerwehr

Während des Feuerwehrdienstes, z. B. bei Übungen, Brandbekämpfung, technischer Rettung oder anderer Hilfeleistungen können Feuerwehrleute auf viele unterschiedliche Gefahren treffen. Jeder Feuerwehrangehörige muss daher gesundheitlich für den Feuerwehrdienst geeignet sein.

Hierzu gibt es Untersuchungen auf die gesundheitliche Eignung vor Antritt des aktiven Feuerwehrdienstes. Diese sollen klären, inwiefern gesundheitliche Bedenken oder Einschränkungen des Feuerwehranwärters für den Dienst bei der Feuerwehr vorliegen. Hier finden Sie ein Informationsblatt zur Eignungsuntersuchung.

Einstellungsuntersuchung

Im Rahmen der Einstellungsuntersuchungen ist zur Unterstützung des untersuchenden Arztes von den Feuerwehranwärtern ein Fragebogen auszufüllen. Unter Berücksichtigung der Fragen und einer anschließenden Untersuchung soll der Arzt den Gesundheitszustand und die damit verbundene Eignung des Bewerbers einschätzen.

Zur Durchführung und Dokumentation der Eignungsuntersuchungen stellt die Unfallkasse Rheinland-Pfalz den untersuchenden Ärzten die drei nachfolgenden Arbeitshilfen im Internet zur Verfügung.

Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Neben den Eignungsuntersuchungen sind ggf. zusätzliche spezielle arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen erforderlich. Diese beziehen sich konkret auf Tätigkeitsbereiche des jeweiligen Feuerwehrangehörigen. Hierzu zählen z. B. Tätigkeiten als Atemschutzgeräteträger oder Taucher.

Die Erfordernis der speziellen Untersuchungen ergibt sich aus der „Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge“ (ArbMedVV) und sind unter Berücksichtigung der berufsgenossenschaftlichen Grundsätze durchzuführen. Für die Atemschutzgeräteträger ist der Grundsatz G 26 „Atemschutzgeräte“ und für die Taucher der Grundsatz G 31 „Tauchen“ zu beachten. Die Grundsätze sind allgemein anerkannte Regeln der Arbeitsmedizin. Diese sollen sicherstellen, dass die Vorsorgeuntersuchungen für bestimmten Tätigkeiten durch die untersuchenden Ärzte möglichst einheitlich durchgeführt, nach gleichen Kriterien beurteilt, ausgewertet und anschließend erfasst werden.

Die Grundsätze sollen die ärztliche Handlungsfreiheit im Einzelfall allerdings nicht einschränken. Jede Untersuchung eines Feuerwehrangehörigen ist als Einzelfall anzusehen und vom Arzt aufgrund seiner besonderen Qualifikation auf der Grundlage der Grundsätze individuell zu bewerten.

Vorrangiges Ziel der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist es, über Gesundheitsrisiken aufzuklären und zu beraten, Beeinträchtigungen zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen. Die Vorsorgeuntersuchungen sollen z. B. die Feuerwehrangehörigen vor gesundheitlichen Schäden bewahren, die z. B. das Tragen von Atemschutzgeräten oder das Tauchen auslösen können.

Für die speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen stehen den untersuchenden Ärzten zwei weitere Arbeitshilfen im Internet zur Verfügung:

Vorsorgekartei und Vordrucke

Eine Übersicht über die sich wiederholenden Untersuchungstermine erleichtert die „Vorsorgekartei für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen“ (GUV-I 8582).

Die ärztliche Bescheinigung kann über den Vordruck „Ärztliche Bescheinigung für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen“ (GUV-I 8581) erfolgen. Die Vorsorgekartei und der Vordruck kann der Träger der Feuerwehr bei der Unfallkasse kostenlos über die o. g. Bestell-Nr. anfordern.

Hier finden Sie eine Vorlage für die Ärztliche Bescheinigung über die Untersuchung von Einsatzkräften der Feuerwehr als ausfüllbares PDF-Dokument.


Bärte, Körperschmuck und Atemschutz

Voraussetzung für die Schutzwirkung des Atemschutzgerätes ist ein guter Dichtsitz des Atemanschlusses.

Entsprechend Ziffer 3 FwDV 7 „sind Einsatzkräfte mit Bärten oder Koteletten im Bereich der Dichtlinien von Atemanschlüssen ... für das Tragen der bei der Feuerwehr anerkannten Atemschutzgeräte ungeeignet.

Ebenso sind Einsatzkräfte für das Tragen von Atemschutzgeräten ungeeignet, bei denen aufgrund von Kopfform, tiefen Narben oder dergleichen kein ausreichender Maskendichtsitz erreicht werden kann oder wenn Körperschmuck den Dichtsitz, die sichere Funktion des Atemanschlusses gefährdet ...“.

Hintergrund ist die hohe Leckage, die durch die Haare oder den Schmuck hervorgerufen wird. Entsprechende Untersuchungen in der Vergangenheit haben dies eindrucksvoll belegt.

Atemschutzgeräte mit Überdrucktechnik sind auch von den beschriebenen Undichtigkeiten betroffen. Der Vorrat an Atemluft geht bei Undichtigkeiten schneller zur Neige.

Außerdem können Undichtigkeiten entstehen, die durch eine Ansammlung von losen Barthaaren in dem Ausatemventil des Atemanschlusses herbeigeführt werden.


Impfungen gegen Hepatitis A und B

Nach § 17 UVV „Feuerwehren“ dürfen im Feuerwehrdienst nur Maßnahmen getroffen werden, die ein sicheres Tätigwerden der Feuerwehrangehörigen ermöglichen.
Vor dem Hintergrund der in § 17 UVV „Feuerwehren“ in Prinzip geforderten Gefährdungsbeurteilung kann für Feuerwehrangehörige ein Impfangebot gegen Hepatitis erforderlich sein.

Die Kosten für die Impfungen sind vom Aufgabenträger als Maßnahmen zur Abwehr von Unfällen und Berufskrankheiten zu übernehmen.

Feuerwehrangehörige, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sollten im Rahmen der persönlichen Daseinsvorsorge, selbstverständlich auf Veranlassung der Eltern, geimpft werden. Diese Impfung wird durch die gesetzlichen Krankenkassen als Gesundheitsschutzmaßnahme übernommen.

Ausbildung und Unterweisung

Häufig wird darauf hingewiesen, dass bei den Freiwilligen Feuerwehren kein konstanter Personalbestand zum Einsatz komme. Die Feuerwehreinsätze würden mit den anwesenden Feuerwehrangehörigen abgearbeitet, so dass alle Feuerwehrangehörigen sämtliche Aufgaben bewältigen müssten.

Im Grundsatz besteht allerdings die Anforderung, dass die Tätigkeiten der Feuerwehrangehörigen nur nach einer entsprechenden Ausbildung oder Unterweisung ausgeführt werden dürfen. Die Träger halten zudem bestimmte Ausrüstungen, z. B. hydraulische Rettungsgeräte, an einzelnen Stützpunkten vor. Die Angehörigen dieser Feuerwehren sind dann an der überwiegenden Mehrzahl der Einsätze mit diesen Geräten beteiligt und so den möglichen Gefahren ausgesetzt. Der betroffene Personenkreis ist daher bestimmbar.

Flächendeckende Immunisierung

Die Argumentation von Ärzten zielt erfahrungsgemäß auf eine flächendeckende Immunisierung hin und ist natürlich auch für medizinische Laien nachvollziehbar. Seuchenprophylaxe in diesem Sinne ist allerdings nicht Aufgabe der Prävention der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Deshalb können insoweit auch keine auf Unfallverhütungsvorschriften abgestützte Anforderungen an die Träger der Feuerwehren gestellt werden.

Zudem steht bekanntlich nur für einen Teil möglicher anderer Infektionskrankheiten ein Impfstoff zur Verfügung, so dass ohnehin taktische Maßnahmen zu treffen sind und der konsequente Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung, wie etwa das Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen und der vollständigen Schutzausrüstung, erforderlich sind.

Eine Verpflichtung, die Impfungen generell allen Angehörigen Freiwilliger Feuerwehren anzubieten, besteht demnach nicht.


Schwangerschaft und Feuerwehrdienst

Nach den Bestimmungen des § 14 der Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ dürfen für den Feuerwehrdienst nur körperlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden.
Frauen sind während der Schwangerschaft und Stillzeit vorübergehend nicht körperlich im o.g. Sinne geeignet. Die Vorschrift stellt grundsätzlich auf den Schutz der Feuerwehrangehörigen ab und dient im vorliegenden Falle der Abwehr von Gefahren für Mutter und Kind.

Dürfen Feuerwehrangehörige während der Schwangerschaft am Feuerwehrdienst teilnehmen?

In Anlehnung an das Mutterschutzgesetz dürfen daher Frauen an Einsätzen und Übungen von Beginn einer Schwangerschaft an bis zum Ablauf von acht Wochen nach der Entbindung und während der Stillzeit nicht teilnehmen. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten verlängert sich die Frist auf zwölf Wochen.

Die Teilnahme an praktischen Lehrgängen, die Übungen unter Einsatzbedingungen oder ähnliche belastende Tätigkeiten erfordern, ist ebenfalls ausgeschlossen.

Auch Feuerwehrdienst „auf eigene Verantwortung“ ist nicht möglich.

 

Wann ist die Feuerwehrangehörige versichert?

Das ungeborene Kind und die Mutter sind versicherte Personen bei der Unfallkasse, sofern Feuerwehrdienst ausgeübt wird.

Körperliche und psychische Belastungen in Haushalt und Familie können nicht vergleichsweise herangezogen werden, weil im Privatbereich jede Person eigenverantwortlich handelt, also auch selbst haftet.

Werdende Mütter haben dem Träger des Brandschutzes die Schwangerschaft und das Ende der Stillzeit mitzuteilen, sobald ihnen der Zustand bekannt ist.

Kontakt

Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Orensteinstr. 10
56626 Andernach
Telefon: 02632 960-0